Space-Robinsoniade – Rezension zu „Robina Crux“ von Alexander Kröger

By | 2. Februar 2019

"Robina Crux" - Alexander Kröger„So muss ein Raumfahrer sein! Der Tod ist Kalkül seines Verhaltens, er beendet einen biologischen Prozess, zerstört ein kleines Teilsystem, das in diesem Falle Mensch heißt. Alles zu seiner Zeit, auch die Emotionen – vor allem diese!“ (S.58f)

Zum Inhalt:

Buch 1: Die Kristallwelt der Robina Crux

Nach der Havarie ihres Raumers, der REAKTOM, findet sich die Feldingenieurin Robina Crux gestrandet auf einem Felsbrocken wieder. Ihre Crewmitglieder hatten weniger Glück – sie starben beim Untergang der REAKTOM. Robinas Glück im Unglück war der Umstand, dass dieser Felsbrocken insofern interessant war, als er die Quelle eines Funkfeuers außerirdischen Ursprungs zu sein scheint. Dies war auch der Grund hier ein Zwischenlager aufzuschlagen und zu bestücken.

Von ebendiesen Vorräten sieht sich Robina gezwungen zu zehren; mit einer nur verschwindend geringen Chance jemals gefunden zu werden. Lichtjahre von der Erde entfernt durchlebt sie von tiefster Trauer und Verzweiflung über Todessehnsucht bis hin zu „jetzt erst recht“ alle Phasen der Vereinsamung. Sie wäre jedoch nicht für die Mission in einem mit Antimaterieantrieb reisenden beinahe lichtschnellen interstellaren Raumer ausgewählt worden, wäre sie nicht so stabil sich aufzuraffen und weiterzukämpfen.

So beginnt sie, die ihr verbleibenden Jahre zu nutzen, den Nichtirdischen eine Geschichte der Menschen aus ihrer individuellen Sicht in die Kristalle des Himmelskörpers zu arbeiten. Nicht zuletzt ihrer wissenschaftlichen Neugierde – und einer gehörigen Portion Langeweile – ist es zuzuschreiben, dass sie dem Ursprung des Signals an die „Anderen“ auf den Grund zu gehen versucht. Die Erkundung der Sendeanlage, sowie ihr Versuch das Signal so umzugestalten, dass irgend jemand darauf – und somit auf sie – aufmerksam werden müsse, mündet im Auffinden ihres ganz persönlichen „Freitags“.

Als sie nach Jahren auf ihrer Kristallwelt schon nicht mehr mit einem Kontakt oder gar einer Rettung rechnet, erscheinen am Firmament des vagabundierenden Himmelskörpers Lichter welche nur eines bedeuten können: die „Anderen“ haben sie entdeckt!

Buch 2: Robinas Stunde Null

Jene Anderen sind es, die Robina letzten Endes die Rückkehr zu den Ihren ins Solsystem ermöglichen. Und nur der Aufmerksamkeit der auf dem Mars stationierten Astronomen ist es zu danken, dass Robinas Kleinraumer eingefangen werden kann, ehe er aufgrund eines Steuerdefekts über die irdische Umlaufbahn ins All hinausschießt.

Die Welt in der Robina ankommt hat jedoch nichts mehr mit jener welche sie verließ, und auf die sie sich Jahrzehnte lang freute, gemein. Die Menschheit ringt immer noch mit den Wunden, welche das desaströse HAARP-Experiment und die Auseinandersetzung mit den Außerirdischen geschlagen haben.

Gewohnt anzupacken, mit einer gehörigen Portion Optimismus und ihrem treuen „Freitag“ lässt sie sich ihrer Lebensfreude nicht auf Dauer berauben. Sie beschließt ihre Expertise, ihre Kenntnisse für den Wiederaufbau einzusetzen.

Fazit:

Alexander Kröger schuf mit seinen beiden Romanen um den Charakter der Robina Crux eine Robinsonade erster Güte, wie sie klassischer nicht angelegt sein könnte. Hier finden sich keine epischen Raumschlachten, keine eindeutig schwarz-weiß gezeichneten Aliens, die es zu bekämpfen gilt. Ebenso sind die handelnden Personen – und Roboter 🙂 – überschaubar in ihrer Anzahl.

Ausgezeichnet herausgearbeitet, einem Entwicklungsroman nicht unähnlich, breitet Kröger vor dem Leser den Werdegang Robinas aus. Rückblenden sind dabei ebenso bewährtes und bravourös eingesetztes Stilmittel, wie minutiös geschilderte Vorgänge in Robinas Psyche.

Um die Geschichte in ihrer Gesamtheit genießen zu können sollte man sie nach den anderen Romanen aus der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) lesen. Sehr viele Anlehnungen u.a. an „Das Kosmodrom im Krater Bond“, „Die Marsfrau“, das HAARP-Experiment aus „Der erste Versuch“ und „Das zweite Leben“ finden sich im Text wieder, Robinas Abenteuer so in das Alexander-Kröger-Universum einreihend.

Aus meiner Sicht ein vorbehaltlos empfehlenswertes Werk aus der Feder Alexander Krögers.

Zum Buch:

Nachdem es sich bei Band 15 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

Buchdaten:

  • Titel: „Robina Crux“
  • Untertitel: „Teil 1 & 2“
  • Autor: Alexander Kröger
  • Umfang: 368 Seiten
  • Verlag: Edition SolarX, 2018
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-945713-48-8
  • Größe: 19,5 x 13,8 x 2,4 cm

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2 thoughts on “Space-Robinsoniade – Rezension zu „Robina Crux“ von Alexander Kröger

    1. Buchwanderer Post author

      Lieber Alexander, vielen Dank für Deinen Kommentar. Freu mich schon sehr darauf Deine Rezension zu lesen. Liebe Grüße Wolfgang

      Reply

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