Tag Archives: Bildung

Selbstachtung – Rezension zu „Sei gut mit Deiner Seele“ – Pierre Stutz

„Befreundet sein mit sich selbst ist eine anspruchsvolle Zumutung.“ (S.14) Zum Inhalt: Der Titel lautet nicht von ungefähr „Sei gut mit deiner Seele“ und nicht „Sei gut zu Deiner Seele“. Um ein Miteinander, ein sich selbst annehmen in allen Facetten geht es Perre Stutz. Dies alles jedoch weitab von illusorischen Allmachtsfantasien des »positiven Denkens« oder des „Sich-die-Welt-Schönredens“.  Vielmehr… Read More »

Moral – nicht Aposteltum – Rezension zu „Eine Frage der Moral“ – Anatol Stefanowitsch

„Den Befürworter/-innen politisch korrekter Sprache geht es… darum, sprachliche Ausdruckformen genau so nach moralischen Gesichtspunkten zu bewerten wie andere Aspekte menschlichen Handelns.“ (S.21) Zum Inhalt: Der 1970 in Berlin geborene Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch greift in dem kleinen Band aus dem Hause Duden ein oder vielmehr gleich mehrere heiße Eisen an. Zum einen den Begriff der Moral über den… Read More »

Orthografisch-grammatischer Scheideweg – Rezension zu „Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“ – Kathrin Kunkel-Razum u.a.

„Die Wörter verlangen von uns den Respekt, dass wir sie richtig schreiben.“ (S.45) Zum Inhalt: Der Miniband aus dem renomierten Dudenverlag, wird als „Debattenbuch“ tituliert (Klappentext) und macht seinem Namen alle Ehre, stellt er doch die Niederschrift einer Podiumsdiskussion moderiert von Kathrin Kunkel-Razum, ihres Zeichens Leiterin der Dudenredaktion dar. An der Diskussion nahmen der Theater- und Filmschauspieler Burghart… Read More »

Regeln der Vielfalt – Rezension zu „Richtig gendern“ von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer

„Sprache ist vom Denken geprägt und Sprache prägt das Denken.“ (S.7) Zum Inhalt: Die Überschrift in Kombination mit dem Nimbus des Verlagsbegriffes „Duden“ kann bei Leser*innen durchwegs suggestiv das Bild eines klar ausformulierten Regelwerkes für das Gendern aufkommen lassen, welches Verfasser*innen unterschiedlichster Texte davon entbinden würde, in dieser Thematik kreative Lösungen zu finden ;-). Nicht jede/r empfindet sich… Read More »

Klassizistische Kunst – Rezension zu „Wie erkenne ich Klassiszistische Kunst“ von Flavio Conti

„Ein Wesenszug dieser formschönen Kunst ist ihre absichtsvolle Reinheit, die zugleich hohen moralischen Ansprüchen genügen soll.“ (S.32) Zum Inhalt: Dem Klassizismus, dessen Hochzeit zwischen 1770 und 1830 angesiedelt ist, widmet sich Flavio Conti verdichtet auf 64 Seiten seines Kurzführers. Geprägt zumeist von Reisen nach Italien – Griechenland lag zur damaligen Zeit ja noch immer unter der Herrschaft der… Read More »

Vom Niedergang einer Zivilisation – Rezension von Wolfgang Kucher zu „Die Telesalt-Mission“ von Alexander Kröger

„Im Grunde zwingt die Menschen niemand so zu sein wie sie sind.“ (S.160) Zum Inhalt: Sam Martin ist einer der Raumfahrer, die vor kurzem von einer Expedition zur Erde zurückkamen. Von einer Mission, die alle Teilnehmer mehr als nur physisch mitgenommen hat. Als er vom Universum-Verlag gebeten wird seine Erlebnisse zusammen mit seinen Kollegen in einer Publikation der… Read More »

Der Willkür reife Leistung – Rezension zu „Der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg

„…: es gibt ein großes, gräßliches Nie, gegen das wir nicht anrennen sollen, sonst senkt es sich, eine riesenhafte Wand, auf uns herab und zwingt uns zu Boden, und wenn wir gar zu nahe waren, zermalmt es uns…“ (S.115) Zum Inhalt: Kurt Gerber steht in seinem letzten gymnasialen Jahr, dem lange ersehnten und ebenso gefürchteten Abschlussjahr, dessen Krönung… Read More »

Entweder – Oder – Rezension zu „Kierkegaard-Brevier“ – Peter Schäfer, Max Bense (Hrsg.)

„…; es gilt eine Wahrheit zu finden, die meine Wahrheit ist, für die ich leben und sterben will…“ (S.17) Zum Inhalt: Die Form des Breviers, ursprünglich als Sammlung der als Vorschrift geltenden Stundengebete für katholische Geistliche konzipiert, ist für das vorliegende Bändchen aus dem Insel-Verlag treffend gewählt, zumal es sich mit dem 19. Jahrhundert eingebürgert hatte, auch Sammlungen… Read More »

Herausfordernd – „Bildung als Provokation“ – Konrad Paul Liessmann

„Wie immer man es aber dreht und wendet: Ob Bildung ein Selbstveränderungspotential in Hinblick auf Individuen oder Gesellschaften zugesprochen werden kann, hängt letztendlich vom Mut ab, Bildung inhaltlich und normativ zu bestimmen. Solange Bildung formal als Durchlaufen von Zertifizierungsstellen oder Sammeln von Leistungspunkten definiert und auf den Erwerb von Kompetenzen und zeitgemäßen Kulturtechniken reduziert wird, erwächst aus diesen… Read More »

Gattungsschöpfer -Rezension zu „Utopia“ – Thomas Morus

„Zu den Göttern ist es von überallher gleich weit…“ (S.16) Zum Inhalt: Grobtextuell setzt sich Morus‘ staatsphilosophische Schrift aus 2 Teilen zusammen, wobei ersterer in einer Art Streitgespräch verpackt die Kritik an den Willkührlichkeiten europäischen Rechts-, Staats- und Gesellschaftssystemen übt, mit besonderem Augenmerk auf jene Englands, deren Zusammenhänge Sir Thomas More nur allzu gut bekannt waren. Im zweiten… Read More »