Tag Archives: Lesen

Macht erwächst aus Glauben – Rezension zu „Die Consolata“ – Gertrud von le Fort

„Dies nämlich ist die wahre Macht: nichts mehr besitzen, was sich noch als Macht bezeichnen ließe, und doch unüberwindlich sein – unüberwindlich!“ (S.28) Zum Inhalt: Als Bühne ihrer Novelle wählt Gertrud von le Fort Italien, genauer Padua, zu Beginn der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wo sich der Despot Ansedio, des Rückhaltes im Volk beraubt, in seiner Burg… Read More »

Todesengel – Rezension zu „Die Engel in den grünen Kugeln“ – Alexander Kröger

„Ihr tötet Rinder, wir töten euch. Es besteht darin kein Unterschied. Beides dient dem gleichen Zweck, dem Überleben.“ (S.173) Zum Inhalt: Sie hätten sich den Kontakt mit einer nicht-irdischen Zivilisation wohl anders vorgestellt, die Menschen. Vor allem friedlicher. Nun muss man sich damit abfinden, dass eben jene Außerirdischen so dermaßen fremd in vielem sind, dass nicht einmal an… Read More »

Welchen Wolf du nährst – Rezension zu „Mondenwende“– Oliver Jungwirth

„Es gibt das Gefühl, das sich hin und wieder in einem breit macht, ohne dass man genau sagen kann, wo es herkommt. Das Gefühl, dass gerade etwas passiert, was nicht passieren sollte. Ein Stein ins Rollen gebracht wird, was letztlich nur in einer Lawine enden kann.“ (S.25) Zum Inhalt: Die Dämonen haben René nicht verlassen. Um nicht zum… Read More »

Endliche Unendlichkeit – Rezension zu „Hundert kalte Winter“– Kristina Moninger

„Weißt du, ich glaube, eigentlich geht es in dem Buch darum, dass sich manchmal Menschen treffen, die sich eigentlich gar nicht treffen sollten. Weil sich das Leben dazu was anderes überlegt hat….“ (S.331)1) Zum Inhalt: Jonah kam bei einem Autounfall um’s Leben… vielmehr kurz danach… durch ihre Schuld. So empfindet Sandra, die Mutter Jonahs. Ein Schuldempfinden, das so… Read More »

Ritter, Tod und … Rezension zu „Huttens letzte Tage“ – Conrad Ferdinand Meyer

„Erkaufen Gold und Silber Seelenheil, So steht es bald auf allen Märkten feil. Die Ware wird von Jung und alt gesucht, Und der arme Schlucker bleibt verflucht.“ (S.17) Zum Inhalt: Es sind 8 Kapitel und 71 Strophen in denen Conrad Ferdinand Meyer einen lyrischen Abgesang für den Ritter Ulrich von Hutten intoniert. Hutten, von schwerer Krankheit gezeichnet, zieht… Read More »

Was in der Zeitung steht – Rezension zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“– Heinrich Böll

„Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machens die Leute.“ (S.54) Zum Inhalt: Der renomierte Anwalt Blorna und seiner Gattin Trude beschäftigen seit einigen Jahren Katharina Blum als Haushaltsangestellte und sind von ihrer pragmatischen, bodenständigen… Read More »

Wen die Welt zerbricht – Rezension zu „In einem andern Land“ – Ernest Hemingway

„Wenn Menschen so viel Mut auf die Welt mitbringen, muß die Welt sie töten, um sie zu brechen, und darum tötet sie sie natürlich.“ (S.194) Zum Inhalt: Als Freiwilliger dient der junge amerikanische Leutnant Frederic Henry während des 1. Weltkrieges im italienischen Sanitätskorps. Er wird bei einem Fronteinsatz am Bein verletzt, kann sich jedoch im Lazarett erholen und… Read More »

Der höfischen Liebe Bild – Rezension zu „Die Minnesinger in Bildern der Manessischen Handschrift“ – Nachwort von Hans Naumann

„Unter den Händen des Malers hat sich die Legende schließlich zum Bild verdichtet.“ (S.40) Zum Inhalt: Hans Naumann, seines Zeichens Mediävist, führt den künstlerisch und historisch interessierten Leser in seinem Geleitwort am Ende des bibliophilen Bändchens aus der Insel-Bücherei anhand von 24 Bildtafeln der Manessischen Handschrift in die Sichtweise der Minne ein, so wie sie der zeitgenössische Maler… Read More »

Strandgut – Rezension zu „Wenn das Meer leuchtet“ – Jessica Koch

„Taten verletzen, Ignoranz zerstört.“ (Pos.36)1) Zum Inhalt: Marie ist nicht gerade das, was sie selbst als schön bezeichnen würde. Hinzu kommt, dass ihr ein sprachliches Handicap, welches sie für gewöhlich gut im Griff hat, die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen nicht wirklich erleichtert. Mit diesem Rucksack an Startschwierigkeiten und einer langjährigen Erfahrung an Ausgrenzung in unterschiedlichsten Schulklassen, versucht sie… Read More »

Lyrische Glaubenswanderung – Rezension zu „Aus des Angelus Silesius Cherubinischem Wandersmann“ – Johann Scheffler

„Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein: er kann, nachdem er’s macht, Gott oder Teufel sein.“ (S.27) Zum Inhalt: Johannes Scheffler, so zu lesen im Nachwort, wurde 1624 in Breslau geboren, wo er auch 1677 verstarb. Geprägt wurde sein Werk durch die intensive Auseinandersetzung mit katholischem Gedankengut ebenso wie jenem des Protestantismus. Diesen Spagat erspürt der Leser… Read More »