Todesengel – Rezension zu „Die Engel in den grünen Kugeln“ – Alexander Kröger

By | 6. Oktober 2018

Todesengel – Rezension zu „Die Engel in den grünen Kugeln“ – Alexander Kröger„Ihr tötet Rinder, wir töten euch. Es besteht darin kein Unterschied. Beides dient dem gleichen Zweck, dem Überleben.“ (S.173)

Zum Inhalt:

Sie hätten sich den Kontakt mit einer nicht-irdischen Zivilisation wohl anders vorgestellt, die Menschen. Vor allem friedlicher. Nun muss man sich damit abfinden, dass eben jene Außerirdischen so dermaßen fremd in vielem sind, dass nicht einmal an ein Kommunikation mit ihnen vorderhand zu denken ist.

Unzählige müssen ihr Leben lassen, ehe es gelingt so etwas wie ein rudimentäres Verständnis dafür zu gewinnen, wo sie herkommen, welche Ziele sie verfolgen, wo ihre Schwachstellen sind. Auf einer Erde, die sich endlich auf das Gemeinsame verstanden hat, in der Kriegsgerät nur noch musealen Zwecken dient, trifft der Angriff einer technisch scheinbar weit überlegenen sowie aggressiven Spezies den Lebensnerv der Menschheit.

Viel Glück ist im Spiel, auf der Suche nach zum einen einer Kommunkiationsmöglichkeit zum anderen einem Angriffpunkt, um den in aller Eile rekrutierten irdischen Streitkräften wieder Oberwasser zu verschaffen. Dies erlebt auch Igor Walrot, sozusagen ein Held wider Willen, den seine Integrität, sein Tatendrang und eine Portion gesunden Hausverstandes aus der Masse der Überrumpelten heraustreten lässt.

Igor erlebt hautnah, sowohl an der Front, als auch hinter den feindlichen Linien, wozu die Eindringlinge fähig sind. Auch, dass sie gänzlich andere Werteprämissen ansetzen und Menschen als nicht mehr den eine natürliche, nützliche Ressource sehen. Diesen Feind in die Knie zu zwingen, das ist es, was ihn stets mit neuer Energie beseelt – ebenso wie die Suche nach seiner verschollenen Liebe Dagmar.

Es sieht beileibe nicht gut aus für die Menschen und nicht selten entscheiden wenige Behertzte über den Ausgang eines Tages oder gar eines Krieges…

Fazit:

Einen etwas anderen Weg ist Alexander Kröger mit seinem Szenario eines Erstkontaktes in „Die Engel in den grünen Kugeln“ gegangen. Es galt zu der Zeit als er seinen Text zum ersten Mal veröffentlichte als sonnenklar, dass eine Zivilisation, welche interstellare Raumfahrt beherrschte auf jeden Fall auf hohen Entwicklungsstand – sei es nun im Sinne von naturwissenschaftlichem Wissen, wie auch in „moralisch“ / sozialistischem Sinne – sein muss, da sie andernfalls nicht die Ressourcen für ein derartiges Unterfangen hätte aufbringen könnte.

„Mit einem Überfall solcher Art hat keiner gerechnet. Er passt nicht in die Theorie. Interstellare Raumfahrt, du kennst das, setzt einen hohen Stand der Produktivkräfte voraus. Dieser ist nur, so meinten wir bislang, bei einer durchgängigen Humanisierung der Gesellschaft erreichbar.“ (S.82)

Vielleicht ist es dieser „andere“ Ansatz, der den Text immer noch flüssig lesbar und spannend hält, sozusagen affiner zur West-SciFy 🙂 . Interessant resp. etwas amüsant fand ich den Ansatz einer „basisdemokratischen“ Widerstandsbewegung innerhalb der Invasoren, deren Beweggründe durchweg auch mit sozialistischen Idealen in Einklang zu bringen wären.

 

Zum Buch:

Nachdem es sich bei Band 14 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

Buchdaten:

  • Titel: „Die Engel in den grünen Kugeln“
  • Autor: Alexander Kröger
  • Umfang: 276 Seiten
  • Verlag: Edition SolarX; 1. überarbeitete Auflage 2018
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-945713-44-0
  • Größe: 19,5 x 13,8 x 1,8 cm

Weitere thematisch passende Einträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.