Vorgeschichte – Rezension zu „Fräulein Schmidt und die Reise nach Mexiko“ von Wilko Müller jr.

By | 2. Dezember 2019

Frl. Schmidt und die Reise nach Mexiko - Wilko Müller jr.„Doch ein Geheimnis ist nur so lange eins, wie man es keiner zweiten Person erzählt.“ (S.15)

Zum Inhalt:

Ein beinahe schon banal profanes Problem – der „Y2K“-Bug bildet den Einstigspunkt in eine an Retrospektiven reiche Geschichte. Rückblicke, die Lichtpunkte erzeugen in einer Vergangenheit die teils wenige Jahrhungerte, teils Äonen zurückliegt. Und die Antworten birgt. Antworten derer sich Frl. Schmidt entsinnt, während sie ihre Reise in eine kaum wieder zu erkennende Heimat antritt… nicht zum ersten Mal.

Wo heute noch der beinahe klägliche Rest einer der einstmals größten Hochkulturen des amerikanischen Kontinents lebt, hatte sie ihren Ursprung, der sich in ihrem Namen manifestiert(e): Ixchel. Doch hatte es ein ganz besonderes wacher Geist ihr angetan der keineswegs je einen Fuß auf diesen Kontinent setzte: Leonardo. Eben jener der sie porträtierte, ein Werk schaffend, das bis in die Jetztzeit sprichwörtlich wurde: die Mona Lisa.

Kolem Bajun, Großer Jaguar, wurde als Maya-Prophet die zweifelhafte Ehre zuteil, Visionen der Zukunft zu sehen. Und Visionen waren auch unter den Göttern alles andere als beliebt. Der Priester der Mayas ließ eine Pyramide bauen welcher auch das heutige Interesse Ixchels galt.

Auch Pedro einem „Getreuen“ Ixchels begegnet man in dieser Erzählung. In der weiteren Geschichte Frl. Schmidts kommt ihm nicht selten eine durchaus wichtige Rolle zu. Selbst Zipacná, seines Zeichens „Verschieber der Berge“, hat seinen Platz in der Story deren Dreh- und Angelpunkt stets aufs Neue die geheimnisvolle Angestellte in dem kleinen Antiqariat in Deutschland werden soll….

Fazit:

Wilko Müller breitet vor dem Lesenden eine Erzählung aus, die bisher im Dunkel gebliebene Areale der Geschichte rund um Frl. Schmidt  zu erhellen vermag. Auf jeden Fall ist ihm eine Erzählung gelungen, die sich nahtlos in den Handlungsfaden der Gesamtgeschichte integriert, die neue Facetten der Protagonisten einbringt, vor allem aber viel Lesespaß verspricht und dieses Versprechen auch hält.

Zum Buch:

Im eigentlichen Sinne ist es zwar kein „Buch“, aber dennoch Gedrucktes, in welches handwerkliches Geschick mit einfließt. Und als geschickt erwies sich auf jeden Fall die Wahl des Schriftbildes bzw. die gesamte Typografie. Sie ist angenehm flüssig lesbar, strukturiert unaufdringlich den Text und kann sich zudem eines ausgesprochen sauberen Druckes bedienen, um einen akkuraten Rahmen für Wilko Müllers kurzweilige Erzählung zu liefern. Die Heftung ist für den Umfang und die Größe des Werkes angemessen, so dass dem Lesenden auch eine angenehme Haptik geboten wird.

Als einziger Punkt störte mich persönlich das Zurückgreifen auf eine Computergrafik im Umschlag, was einen, dem Text diametral entgegenwirkenden, sterilen Eindruck hinterlässt. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen trefflich streiten 😉 .

Buchdaten:

  • Titel: „Fräulein Schmidt und die Reise nach Mexiko“
  • Autor: Wilko Müller jr.
  • Umfang: 32 Seiten
  • Verlag: BunTES Abenteuer; Heft 8/2012
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 19,0 x 12,0 x 0,2 cm

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